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Grow Internet-Magazine

Das fragte sich schon Farin Urlaub auf der Ärzte-Single „Unrockbar“. Denn diese Band versteht es wahrlich, ihr Publikum aufzuheizen. So haben die Beatsteaks schon vor den größten Bands des Punk gerockt - von den Sex Pistols, Bad Religion und Faith No More bis zu den Ärzten, mit denen sie nach wie vor eng befreundet sind. Für uns waren das ausreichend gute Gründe mal zu erforschen, wer eigentlich hinter diesem musik-kulinarischen Namen steckt. Wir trafen die Drum’n’Bass-Fraktion der „Beatbouletten“ - Schlagzeuger Thomas und Bassist Torsten - im Backstage-Bereich des Kölner Clubs „Underground“ zum Interview...

grow! Seid ihr in irgendeiner Weise an Hanf interessiert?
Thomas: Auf jeden Fall.

grow! Ist das in eurer Band allgemein so oder seid ihr beiden eher die Ausnahmen?
Torsten: Das ist eigentlich bei allen so. Ich bin da wohl eher die Ausnahme, weil ich nicht sooo viel mit Hanf zu tun habe, aber im Durchschnitt wird schon ganz gerne mal Hanf konsumiert.

grow!
Auch vor euren Auftritten?
Thomas: Nee, eigentlich nicht. Wenn abends ein Auftritt ist, dann muss man halt schon am Morgen kiffen, dann geht zum Konzert wieder alles klar.
Torsten: Oder man kifft heimlich...

grow! Gibt es denn bei euch eine Bandphilosophie, wonach Auftritte nüchtern zu absolvieren sind?
Torsten: Das muss schon jeder für sich selbst entscheiden. Ich weiß z. B., dass es mir selbst überhaupt nichts bringt. Ich kann bekifft nicht mal mehr vernünftig proben, das geht immer voll in die Hose bei mir.

grow!
Und wie sieht’s aus mit Alkohol?
Thomas: Ja.
Torsten: Tja, wir sind halt Deutsche...

grow! Da ich bisher noch keine eurer Platten gehört habe, muss ich jetzt doch mal die leidige Frage stellen, was für eine Art von Musik ihr eigentlich macht...
Torsten: Punkrock - im weitesten Sinne. Oder Gitarrenmusik. Oder Rock. Kannst Du nennen, wie du willst. Es gibt auch Leute, die sagen „Crossover“ dazu. Das findet man auch erst mal blöd, aber hey, ist doch alles irgendwie das Gleiche.

grow! Seit wann gibt es die Beatsteaks eigentlich?
Thomas: Schon seit 1996. So gesehen sind wir die beiden Neuen. Ich kam 1998 dazu und Torsten ist seit 2000 dabei.

grow! Habt ihr den Eindruck, dass es jetzt so richtig vorwärts geht?
Thomas: Klar, schon durch die Tatsache, dass die vier Konzerte unserer Promo-Tour sehr schnell ausverkauft waren und der Vorverkauf für unsere Tour im März auch ziemlich gut läuft. Also irgendwie scheinen sich doch schon eine ganze Menge Leute dafür zu interessieren.
Torsten: Wir sind ja labelmäßig immer noch bei EPITAPH, aber immerhin ist jetzt die WEA mit im Boot und hat den Vertrieb für Deutschland übernommen. Dadurch ist da jetzt eine ganz andere Promo-Maschinerie dahinter, plötzlich kommen jetzt ganz andere Magazine mit viel größeren Beiträgen. Das ist derzeit schon deutlich mehr als noch vor zwei Jahren.
Thomas: Allerdings ist für diese Mini-Tour gar keine richtige Promo gemacht worden und trotzdem sind alle Shows restlos ausverkauft.

grow!Wie viele reguläre Alben habt ihr bisher schon veröffentlicht?
Thomas: Das ist jetzt immerhin schon die vierte Scheibe, die erscheinen wird. Unsere erste kam auf dem kleinen Berliner Label XNO Records heraus und hieß „48/49“, dann haben wir zwei Platten für EPITAPH gemacht und jetzt kommt die vierte für EPITAPH mit der WEA zusammen - die heißt dann übrigens „Smacksmash“ und ist sehr zu empfehlen.

grow! Habt ihr eigentlich eine bestimmt Philosophie, was eure Textinhalte betrifft? Und wer schreibt eigentlich bei euch die Texte?
Thomas: Zunächst einmal sind alle unsere Texte immer sehr persönlich. Das Songwriting und die Texte machen wir auch immer alle zusammen. Klar kommt am Anfang immer jemand mit einer Idee, aber letztendlich ist es wichtig, dass dann alle fünf im Proberaum sagen „Das ist geil“. Wir sind zum Glück auch voll autark, können also machen, was wir wollen, ohne dass da jemand über uns bestimmt, sei es nun Plattenfi rma oder Management. Natürlich hören wir uns immer erst mal alle Argumente an, aber am Ende des Tages entscheiden wir selbst, was wir machen.

grow! Seid ihr dahingehend also schon in gewisser Weise Punks?
Thomas: Ich finde schon, dass wir eine Punkrock- Band sind, schon von der Musik her. Aber Punk bedeutet für mich auch, dass man die Dinge auf seine eigene Weise tut.
Torsten: Also ich würde nie sagen, dass wir Punks sind. Das klingt immer total blöd. Denn ich hab‘ damit eigentlich nie was zu tun gehabt. Es ist nur so, dass ich die Musik gerne höre, sie mir auch sehr wichtig ist und ich daraus auch bestimmt Denk- und Handlungsweisen bezogen habe. Aber Punk sein? Wenn überhaupt, dann stimmt das nur in Hinsicht auf unsere Band. Denn wir machen nicht alles, was die Plattenfirma sagt. So spielen wir ja heute auch im Underground, obwohl alle gesagt haben „Warum wollt ihr denn da spielen, der Club ist doch viel zu klein“ - doch wir haben gesagt „Wieso nicht, das ist ein geiler Laden“, und in gewisser Weise ist es auch ein Geschenk für unsere Fans. Also haben wir das durchgezogen.


grow!Habt ihr innerhalb der Band eigentlich einen ähnlichen musikalischen Geschmack oder gibt es da auch schon mal ordentlich Reibung?
Thomas: Wir haben schon ziemlich unterschiedliche Geschmäcker, aber wir treffen uns auch immer an irgendeinem Punkt. Wir machen dann solange an den Songs rum, bis entweder von jedem ein Teil drin steckt, über das man sich dann identifizieren kann oder bis alle sagen „hey, das ist voll cool!“
Torsten: Gerade unsere neue Platte „Smacksmash“ klingt ja wie aus einem Guss, dabei sind da so viele verschiedene Sachen drin - seien es jetzt Dub- Einflüsse, Punk oder Rock, manch einer sagt sogar, da würde auch Ska drin stecken. Das höre ich zwar nicht heraus, aber es ist doch gut, wenn all das in der Musik steckt, was wir auch im Bandbus oder zu Hause hören.

grow! Um noch mal auf die Thematik unseres Heftes zurück zu kommen: Habt ihr auf euren Touren auch schon mal Stress mit der Polizei gehabt?
Thomas: Klar, werden wir auch ab und zu gefilzt.
Torsten: Wir sind da aber relativ vorsichtig. Größere Mengen über die Grenze mitzunehmen fällt bei uns z. B. aus, denn es gibt immer Leute in unserer größeren Reisegruppe, die sagen „Nee, da mach‘ ich nicht mit!“. Dann wird’s halt nicht gemacht. Da muss man sich dann vor Ort kümmern. Wir schicken dann immer Thomas - unser Hanf-Trüffelschwein - los und der trifft dann automatisch Leute, die irgendwas dabei haben und kommt eigentlich nie mit leeren Händen zurück. Der hat da echt so eine Nase für...

grow! Wärt ihr eigentlich grundsätzlich bereit, euch für die Legalisierung zu engag ieren?
Thomas: Ich war früher mal in so einem Verein, der hieß „Recht auf Rausch“ - das war so akzeptierende Drogenarbeit in einem Jugendhaus. Da konnten dann alle kiffen. Das nannte sich dann Jugendarbeit. Ich war ja auch mal Jugendlicher. Und ich hab auch mal selbst angebaut. Das war voll geil. Da hat sich mal die Reinigungsfirma meines Hauses beim Verwalter beschwert. Das da oben im dritten Stock seien doch Cannabis- Pflanzen, ob er nicht wüsste, dass die illegal sind. Da hat dann der Hausverwalter gesagt, dass er kurzsichtig ist und nur bis zum 1. Stock sehen kann und von Cannabis habe er noch nie was gehört, er kenne nur Canasta und das spielt er jeden Freitag. Hat sich voll auf blöd gestellt, der alte Hippie...
Torsten: Also ich bin ja wirklich nur so ‘ne Art Event-Kiffer. Ich find es zwar total schwachsinnig, dass das Zeug illegal ist, aber andererseits ist es mir auch ziemlich schnurz, da ich selbst nicht so doll kiffe. Klar, ab und zu - dann bin ich natürlich froh, wenn was da ist, da bin ich dann auch ein kleiner Schmarotzer. Aber für ein Engagement sehe ich für mich keine zwingende Notwendigkeit. Vielleicht sind wir in Berlin aber auch einfach nur zu verwöhnt.
grow! In Berlin findet ja auch immer die HANFPARADE statt. Würdet ihr da vielleicht mal spielen?
Thomas: Da hat uns bisher niemand gefragt.
Torsten: Ganz grundsätzlich könnten wir uns das schon vorstellen. Da wäre dann Geld auch gar nicht das Wichtigste. Aber wir sind ja selbst aus Berlin und daher ist Berlin für uns auch immer sehr wichtig, wenn wir da gerade selber ein Konzert planen. Außerdem kommen mittlerweile eine ganze Menge Leute auf uns zu und fragen, ob wir hier oder da einen Soli-Gig geben würden, woraufhin wir uns überlegt haben, was wir für besonders unterstützungswürdig halten, denn schließlich können wir uns ja nicht vor jeden Karren spannen lassen. Dann würden wir uns auch irgendwie total unglaubwürdig machen, wenn wir plötzlich auf jedem Benefiz-Konzert auftauchen würden.
Thomas: Daher haben wir uns entschieden, uns vor allem gegen sexuellen Missbrauch zu engagieren. Das heißt nicht, dass uns alles andere egal ist, aber wie gesagt - wir können halt auch nicht überall mitmachen.

Quelle: http://www.grow.de